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Osteoporose: Ursachen, Symptome, Behandlung

Wie entsteht Osteoporose? Wer ist besonders von der Knochenschwäche betroffen? Und stimmt es, dass man durch den Knochenschwund schrumpft? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie in diesem Beitrag.

Basiswissen

Was ist eigentlich eine Osteoporose?

Osteoporose bedeutet „porös gewordene Knochen“. Die Erkrankung betrifft das gesamte Skelett. Dabei verlieren die Knochen in anormalem Umfang (mehr als 25 Prozent) an Masse.

Durch diesen Substanzverlust kommt es leichter zu Knochenbrüchen. Frauen sind von der Erkrankung häufiger betroffen als Männer. Mehr als 30% aller Frauen über 60 Jahren entwickeln irgendwann eine Osteoporose.

Eine Diagnose, die Geld bringt

Allerdings muss man bei dieser Diagnose auch etwas vorsichtig sein, dass einem nicht eine Krankheit angedichtet wird, die man de facto noch gar nicht hat. Da sich nämlich mit Osteoporose-Medikamenten viel Geld verdienen lässt, haben viele Pharma-Hersteller viel dafür getan, bei praktisch jeder Frau jenseits der Menopause eine Osteoporose zu vermuten – und die Angst davor zu schüren. Bei diesem Marketing-Spiel haben sich leider auch viele Ärzte vor den Karren spannen lassen.

Fakt ist: Ja, es gibt die Osteoporose. Aber nur die wenigsten Frauen erleiden tatsächlich einen Knochenbruch deswegen. Medikamente sind in der Regel wirklich erst notwendig, wenn nachweislich die Knochendichte stark abgenommen hat und Kochenbrüche zu befürchten sind, oder wenn starke Beschwerden bestehen.

Ständiger Auf- und Abbauprozess

Auslöser einer Osteoporose sind Störungen im Knochenstoffwechsel. Im Prinzip unterliegen Knochen während des gesamten Lebens ständig einem Auf- und Abbauprozess. Knochenbildende Zellen, die sogenannten Osteoblasten, nehmen Kalzium und Mineralien aus dem Blut auf und binden sie im Knochen. Knochenabbauende Zellen, die Osteoklasten, verhindern überschießendes Knochenwachstum.

Ist dieser Umbauprozess im Gleichgewicht, bleibt die Knochenmasse erhalten. Normalerweise erreicht die Knochenmasse etwa um das 30. bis 35. Lebensjahr ihr Maximum. Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochenmasse dann etwas ab. Wird jedoch zuviel an Knochenmasse abgebaut, spricht man von krankhaftem Knochenschwund (Osteoporose).

Was versteht man unter einer sekundären Osteoporose?

Von sekundärer Osteoporose sprechen Ärzte, wenn der Knochenschwund auf eine andere Erkrankung zurückgeht. Wenn die Osteoporose also nicht das "primäre" Geschehen ist, sondern sekundär dem anderen Gesundheitsproblem folgt.

Mögliche Ursachen einer sekundären Osteoporose sind u.a.:

  • Milchzuckerunverträglichkeit (Kalziummangel)
  • chronische Verdauungsprobleme, z.B. aufgrund einer Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • chronischer Nährstoffmangel, z.B. aufgrund einer Magersucht oder Bulimie
  • Diabetes oder chronische Nierenschwäche (vermehrte Ausscheidung von Kalzium)
  • Überfunktion der Schilddrüse (dabei wird grundsätzlich mehr Substanz ab- als aufgebaut)
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse
  • Mangel an Wachstumshormon
  • Erkrankungen der Eierstöcke oder Hoden (wegen der Hormonverschiebungen)
  • lang andauernde Einnahme von Kortisontabletten (Asthma-Sprays oder Kortison-Salben sind diesbezüglich harmlos)
  • mitunter auch Krebserkrankungen

Osteoporose: Der schmale Grat zwischen tatsächlicher Gefahr und Geldmacherei

Das Hauptproblem an der Osteoporose ist, dass sie über Jahre keine Beschwerden verursacht. Denn dadurch wird sie meist zu spät erkannt. Das betonte unlängst die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).

Von wem solche Meldungen lanciert werden, verdient durchaus Beachtung, denn nicht selten sind es Pharmafirmen (die Osteoporose-Medikamente im Sortiment haben), die ganz vorn im Chor derer stehen, die eindringlich vor der Osteoporose-Gefahr warnen. Da mag man dann kaum glauben, dass es ihnen wirklich nur darum geht, dass wir uns alle besser schützen.

Nicht erst reagieren, wenn der Knochen gebrochen ist

Aber auch die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (im weistesten Sinne eine wissenschaftliche Vereinigung der Stoffwechselspezialisten) spricht nun von der "stillen Volkskrankheit". Oft sei das erste Symptom ein Knochenbruch. Erst dann also, wenn die Knochen schon so mürbe sind, dass sie bei Kleinigkeiten brechen, wird die Osteoporose häufig entdeckt. Dann aber ist nicht nur der Knochen gebrochen, sondern meist auch insgesamt schon ein sehr fortgeschrittener Knochenschwund zu verzeichnen.

Die DGE empfiehlt allen Personen mit einem höheren Risiko für Osteoporose regelmäßige Knochendichtemessungen. Und das treibt das Risiko hoch:

  • Wechseljahre
  • Bewegungsmangel
  • zu viel Alkohol
  • Rauchen
  • Kortison-Therapie

Wirklich die Knochendichte messen lassen?

Ob Sie jetzt wirklich Ihre Knochendichte messen lassen sollten, bloß weil Sie eine Frau jenseits der 60 Jahre sind, wagen wir allerdings zu bezweifeln. Aber das müssen Sie selbst entscheiden. Sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Arzt darüber. Und sprechen Sie vorsichtshalber auch mit Ihrer Krankenversicherung, ob die die Kosten übernimmt.

Die beste Osteoporose-Vorbeugung ist übrigens eine gesunde Ernährung (viel Kalzium und Vitamin D) und Sport.

Ursachen

Wodurch wird das Risiko, eine Osteoporose zu bekommen, erhöht?

Risikofaktoren für das Entstehen einer Osteoporose sind:

Allerdings ist jeder Mensch von einem langsamen Knochenabbau in höherem Alter betroffen. Es handelt sich also im Grunde um ein natürliches Phänomen. Bereits ab etwa dem 30. Lebensjahr wird mehr Knochensubstanz abgebaut als aufgebaut. Jenseits des 50. Lebensjahres nimmt diese Entwicklung noch weiter zu.

Von einer Osteoporose spricht man aber erst, wenn dieser Prozess besonders ausgeprägt verläuft und die Knochen so viel Substanz verlieren, dass sie brüchig werden. Ob das passiert, ist neben den oben genannten Risikofaktoren auch durch die genetische Veranlagung bedingt.

Frauen haben insbesondere nach den Wechseljahren ein höheres Risiko an Osteoporose zu erkranken als Männer. Das hängt mit dem Östrogenmangel in und vor allem nach den Wechseljahren zusammen, aber auch mit dem von Natur aus zarteren Körperbau.

Warum bekommen Frauen häufiger eine Osteoporose als Männer?

Die Osteoporose geht auf einen Knochenabbau in höherem Alter zurück. Dieser kann bei beiden Geschlechtern auftreten, und auch Männer erkranken an Osteoporose.

Dass Frauen häufiger erkranken, geht auf zwei "natürliche" Gründe zurück. Zum Einen sinkt mit Beginn der Wechseljahre der Östrogenspiegel, und das weibliche Sexualhormon Östrogen ist ein wesentlicher Schutzfaktor vor dem Knochenabbau. Dieser Östrogenmangel tritt in vollem Umfang aber erst nach der Menopause, also nach Abschluss der letzten Monatsblutung auf. Zum Anderen haben Frauen von Natur aus zartere Knochen. Der mit der Osteoporose einhergehende Abbau der Knochensubstanz mündet also schneller als bei Männern in Knochenbrüchigkeit.

Was hat Osteoporose mit Östrogen zu tun?

Bis zu den Wechseljahren verlangsamt das Hormon Östrogen den Abbau der Knochen. Doch mit Beginn des Klimakteriums sinkt der Östrogenspiegel, der natürliche Osteoporoseschutz geht verloren und der weibliche Körper baut Knochen schneller ab.

Dazu kommt, dass die meisten Frauen von Natur aus weniger Knochenmasse aufweisen als Männer und deshalb anfälliger für Brüche sind. Durchschnittlich kommt es etwa zehn Jahre nach eingestellter Hormonproduktion zum ersten Knochenbruch. Vor allem sind dabei die Wirbelkörper betroffen.

Bei einer Reihe von Frauen in und unmittelbar nach den Wechseljahren wurde ein besonders rascher Knochendichteabbau festgestellt (3-5% pro Jahr), der sich aber nach einigen Jahren wieder verlangsamt und normalisiert. Dass jedoch nur ein Teil aller postmenopausalen Frauen Osteoporose entwickeln, macht deutlich: Das Sinken der Östrogenspiegel ist nicht allein der entscheidende Risikofaktor für Osteoporose.

Wenn die Knochen bereits vor den Wechseljahren porös werden, sind in der Regel Krankheiten, wie Diabetes mellitus oder Morbus Crohn, oder die Einnahme bestimmter Medikamente im Spiel.

Osteoporose: Keine reine Frauenkrankheit

Immer mehr Männer bekommen eine Krankheit, die bisher eher als ein Frauenproblem galt: Osteoporose. Rund acht Millionen Deutsche leiden an immer poröser und damit bruchanfälliger werdenen Knochen. Mittlerweile sind darunter etwa ein Drittel Männer. Und die Tendenz ist steigend.

Osteoporose hat sehr viel mit sinkenden Spiegeln der Sexualhormone zu tun. Vor allem Frauen nach der Menopause haben mit der Verringerung der Knochendichte zu kämpfen. Doch nun stellen die Ärzte fest, dass auch zunehmend Männer in Folge einer alters- oder krankheitsbedingten Veränderung im Stoffwechsel am Abbau der Knochensubstanz leiden. In 60% der Fälle löst bei Männern eine andere Krankheit oder deren Therapie die Osteoporose aus. Experten sprechen in diesen Fällen von einer sekundären Osteoporose.

Osteoporose oft zu spät entdeckt

Oft wird die Diagnose aber zu spät gestellt, warnen Urologen. Dabei gibt es durchaus Anzeichen, die auf die Erkrankung hinweisen: beispielsweise plötzliche Schmerzen des Skeletts, ungewollter Gewichtsverlust um über 10% des ursprünglichen Körpergewichtes oder ein Schrumpfen der Körpergröße um mehr als vier Zentimeter in einem Jahr. Betroffen sind vor allem Männer jenseits ihres 50. Lebensjahres.

Als Vorbeugemaßnahmen gelten in erster Linie eine ausgewogene, kalziumreiche Ernährung sowie regelmäßige körperliche Tätigkeit. Die tägliche Kalziumdosis liegt laut der Ärzte bei etwa 1.300 Milligramm am Tag.

Was haben die beiden Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron mit dem Knochen und Osteoporose zu tun?

Neben vielen anderen Aufgaben und Funktionen steuern die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron auch den Knochenstoffwechsel. Nicht direkt, aber über Beeinflussung anderer Hormone und Botenstoffe.

Die Geschichte in Kurzform: Das Schilddrüsenhormon Calcitonin sorgt dafür, dass Kalzium in den Knochen eingebaut wird. Einen ähnlichen Effekt hat Vitamin D. Das Parathormon aus der Nebenschilddrüse sorgt dafür, dass Kalzium aus dem Knochen herausgelöst wird, z.B. wenn es woanders dringend benötigt wird.

Und dieses komplizierte Wechselspiel beeinflussen wiederum maßgeblich die Geschlechtshormone, in dem sie die Produktion und die Wirkung der "Knochenhomone" steuern.

Welche Besonderheiten oder Krankheiten begünstigen die Entstehung einer Osteoporose?

Es gibt eine ganze Reihe an körperlichen Faktoren oder auch Erkrankungen, die die Entstehung und das Fortschreiten einer Osteoporose begünstigen können. Dazu zählen:

  • lang andauernder Hormonmangel (z.B. nach Entfernung der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr oder bei früh beginnenden Wechseljahre)
  • langjähriges Ausbleiben der Menstruation
  • Magersucht, Mangelernährung, Untergewicht
  • Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), wenn dadurch ein Kalziummangel entsteht
  • übermäßiger Alkokolkonsum (Alkoholkrankheit)
  • starkes Rauchen
  • Störungen der Funktionen von Magen, Darm oder Nieren
  • Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse (zu viel Parathormon, das Kalzium aus dem Knochen herauslöst)
  • längere Einnahme von Kortison
  • länger andauernde Heparin-Spritzen
  • Bewegungsmangel
  • aber auch Leistungssport
  • familiäre Veranlagung (z.B. Mutter und/oder Großmutter mit Osteoporose)
  • Mangel an Wachstumshormon

Besonders gefährdet sind Menschen, bei denen mehrere dieser Risikofaktoren zutreffen.

Osteoporose durch Magen-Darm-Erkrankungen

Wenn Magen und Darm nicht richtig arbeiten, dann besteht auch Gefahr für die Knochen. Denn wenn diese nicht mehr ausreichend mit Vitaminen und Mineralien versorgt werden, dann können sie brüchig werden.

Es gibt mittlerweile überzeugende Belege dafür, dass bestimmte Magen-Darm-Probleme nicht ohne Folgen für die Knochengesundheit bleiben, warnt Prof. Heidi-Ingrid Maaroos von der Universität Tartu, Estland. So ist das Osteoporose-Risiko beispielsweise erhöht bei:

Aber auch die Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen kann dem Knochen schaden. Medikamente wie Protonenpumpenhemmer (gegen Magensäure, z.B. Omeprazol oder Pantoprazol) oder Kortison (gegen chronische Darmentzündungen) haben als mögliche Nebenwirkung bei längerem Einsatz eine Osteoporose. Kortison behindert die Verarbeitung der Nährstoffe.

Beispiel Zöliakie:

Menschen, die darunter leiden, können Kalzium nur schwer verarbeiten. 75% aller neu diagnostizierten Zöliakie-Patienten weisen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits eine deutlich verminderte Knochenmineraldichte auf. Dadurch ist das Risiko für Knochenbrüche im Vergleich zu Gesunden verdoppelt.

Beispiel Gastritis:

Die verringerte Konzentration der Magensäure – auch durch die eingenommenen Medikamente – behindert die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen. Das aber lässt die Festigkeit der Knochen schwinden und das Risiko für Brüche steigen.

Stimmt es, dass ein spätes Einsetzen der Monatsblutung das Osteoporose-Risiko erhöht?

Ja. Vereinfacht kann man sagen: Um so mehr weibliche Geschlechtshormone im Laufe des Lebens produziert werden, um so geringer ist das Risiko für eine Osteoporose im Alter. Somit ist ein später Beginn der monatlichen Regelblutung ein eher ungünstiger Faktor.

Allerdings sollte man sich von dieser statistischen Aussage nicht verrückt machen lassen. Denn wenn man zum Beispiel regelmäßig Sport treibt, ist das wiederum ein Osteoporose-Schutz und kann den unbeeinflussbaren Faktor des Menstruationsbeginns komplett kompensieren.

Erhöht ein früher Beginn der Wechseljahre (frühe Menopause) das Osteoporose-Risiko?

Ja. Frauen, bei denen die Menopause, also das endgültige Aussetzen der Menstruation relativ früh auftritt, haben ein etwas erhöhtes Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln.

Das hängt damit zusammen, dass dann auch die hormonelle Umstellung mit dem Abfall des Östrogens früher einsetzt.

Was hat das Körpergewicht mit der Osteoporose zu tun?

Übergewicht gilt als Risikofaktor für eine Vielzahl von Erkrankungen, und wer ein paar Pfunde zu viel auf die Waage bringt, wird mit diesen Informationen fast ein bisschen gequält. Man kann ihnen ja praktisch nicht aus dem Wege gehen. Da tun dann gute Nachrichten manchmal gut: Zumindest bei der Osteoporose ist es nämlich andersherum.

Schlanke Menschen erkranken häufiger an Osteoporose als diejenigen mit Übergewicht. Der Grund liegt in den Fettzellen. Was wenige wissen: Die produzieren in gewisser Menge auch Östrogen. Und das weibliche Geschlechtshormon schützt bekanntlich vor dem Knochenschwund.

Allerdings können auch wir nicht ganz auf das Haar in der Suppe verzichten: Die negativen Effekte von Übergewicht auf Herz, Kreislauf und Zuckerstoffwechsel sind nicht wegzudiskutieren. Und sie überwiegen in ihrer Bedeutung den Osteoporose-Schutz. Sie sollten also nicht der Versuchung anheim fallen, sich mit der Osteoporose-Vorbeugung jede Sünde zu entschuldigen.

Symptome

Welche Symptome verursacht eine Osteoporose?

Meistens überhaupt keine. Zumindest über lange Zeit. Das klingt aber nur auf den ersten Blick gut. Denn gerade, weil eine Osteoporose lange Zeit keine Beschwerden verursacht, wird sie oft auch erst sehr spät entdeckt.

Aus diesem Grund ist das erste Symptom einer Osteoporose nicht selten ein Knochenbruch (!). Dieser tritt oft ohne erkennbaren Anlass auf, d.h. ohne schweren Sturz oder ähnliches. Nach einer eher harmlosen Bewegung kann es dann zu plötzlichen Schmerzen kommen, ohne dass man zunächst an einen Knochenbruch denkt. Und so kommt dann die Osteoporose erst durch die Untersuchungen rund um die "Spontanfraktur" ans Licht.

Manchmal ziehende Schmerzen als Frühsymptom

Manchmal erinnern sich die Betroffenen dann daran, zuvor schon ab und zu ziehende Schmerzen gehabt zu haben, z.B. im Rücken. Aber da gerade Rückenschmerzen eine Menge anderer Ursachen haben können (was ja auch meistens so ist), hätte zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich ohnehin keiner an eine Osteoporose gedacht, zumindest nicht, wenn nicht eindeutige Risikofaktoren für den Knochenschwund vorliegen (Darmerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion, andere Hormonstörungen, u.a.).

Woran erkenne ich, dass ich eine Osteoporose habe?

Meistens erkennen Sie das überhaupt nicht. Und wenn doch, dann hat der Knochenschwund nahezu immer schon ein sehr fortgeschrittenes Stadium erreicht.

Das Tückische an Osteoporose: Sie entsteht ganz allmählich und schleichend. Gerade deshalb ist es so wichtig, einerseits gut vorzubeugen und andererseits in gewissen Abständen bei einem Arzt das Risiko abzuklären.

Auch Zahnverlust oder Rückenschmerzen können ein Hinweis sein

Ein Hinweis auf Osteoporose ist mitunter, wenn die Zähne frühzeitig ausfallen. Auch Schmerzen im Rückenbereich können durch eine Osteoporose verursacht sein. Doch solche Beschwerden können viele Ursachen haben und weisen nicht unbedingt auf Osteoporose hin. Zumindest wenn ein Knochen sehr leicht bricht, ohne dass eine starke Krafteinwirkung stattgefunden hat, sollte man an Osteoporose denken. Typisch sind solche Spontanfrakturen (Fraktur = Bruch) beispielsweise an Wirbeln.

Solche Frakturen verursachen manchmal starke, akute Schmerzen; manchmal aber auch nur geringe Rückenschmerzen, weshalb diese Brüche oftmals gar nicht so schnell entdeckt werden.

"Witwenbuckel" als Spätsymptom

Wenn osteoporosebedingte Frakturen im Lauf der Zeit ausheilen, kann es zu Fehlstellungen kommen, die wiederum starke Muskelverspannungen und chronische Schmerzen auslösen.

Nimmt die Körpergröße deutlich ab (um über vier Zentimeter) oder krümmt sich die Wirbelsäule erkennbar (im Sprachgebrauch nennt man das „Witwenbuckel“), sind dies deutliche Zeichen für eine Osteoporose. Am Rücken bilden sich dann Falten heraus, deren Ansicht an einen Tannenbaum erinnert.

Aber all das sind Anzeichen einer sehr fortgeschrittenen Osteoporose. Am Anfang ist von all dem nichts zu sehen und nichts zu spüren.

Untersuchungen 

Mit welchen Untersuchungen lässt sich eine Osteoporose feststellen?

Die erste Frage, die man sich bei einer Osteoporose-Abklärung immer stellen muss, ist die, ob die Abklärung überhaupt notwendig ist. Was hat den Arzt dazu gebracht, einen Knochenschwund zu vermuten? Ist das für Sie nicht schlüssig, sollten Sie im Zweifel einen zweiten Arzt fragen.

Denn ohne röntgenologische Untersuchungen ist ein Osteoporose-Nachweis kaum möglich. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte Knochendichtemessung. Dabei wird mit (schwachen) Röntgenstrahlen an Lendenwirbelsäule und Oberschenkel gemessen, wie stark diese Strahlen abgelenkt werden und von diesen Werten auf die Knochendichte geschlossen.

Teilweise auch fragwürdige Diagnostik

Darüber hinaus wird bei der Osteoporose-Diagnostik auch immer eine Blutuntersuchung vorgenommen. Manchmal muss man auch merkwürdige Tests machen, zum Beispiel, von einem Stuhl aufstehen, drei Meter laufen, umdrehen, und wieder setzen. Dauert das länger als 30 Sekunden, liegt der Verdacht auf eine Bewegungsstörung mit Sturzgefahr vor. Das sagen zumindest diejenigen, die an solche Tests glauben. Wir sagen: Damit lässt sich vielleicht eine Mobilitätsstörung andeuten, aber ganz sicher kein Knochenschwund beweisen.

Bevor all diese Untersuchungen starten und Sie die Knochendichtemessung womöglich sogar selbst zahlen müssen, sollten Sie wirklich zweimal nachfragen. Wenn der Arzt Sie von der Notwendigkeit überzeugt, dann tun Sie es.

Wie kann der Arzt bei mir eine Osteoporose feststellen?

Da die Diagnose Osteoporose endgültig erst gestellt werden kann, wenn die Knochen genauer untersucht wurden, versucht es der Arzt zunächst einmal mit "einfacheren" Maßnahmen. Dazu gehören:

    • Gespräch über gesundheitliche Vorgeschichte (Anamnese) mit Abschätzung des individuellen Risikos
    • körperliche Untersuchung
    • Laboruntersuchung des Blutes (allgemeine Werte wie beispielsweise das Blutbild)

      Verdichtet sich dabei der Verdacht auf eine Osteoporose, können Röntgenaufnahmen oder eine Knochendichtemessung sinnvoll sein. Da einige Medikamenten-Hersteller eine Zeit lang etwas penetrant für die Knochendichtemessung geworben haben (merke: erst wenn eine Osteoporose entdeckt wird, kann sie auch mit teuren Medikamenten behandelt werden), ist es heutzutage als Patient manchmal nicht so einfach abzuschätzen, ob eine Knochendichtemessung im individuellen Fall wirklich nützt. Allerdings sind mittlerweile auch die Krankenkassen auf dieses Problem aufmerksam geworden und erstatten die Kosten für eine Knochendichtemessung meistens überhaupt nur noch, wenn tatsächlich ein begründeter Osteoporose-Verdacht vorliegt.

      Wann sollte eine gezielte Untersuchung auf Osteoporose erfolgen?

      Insgesamt ist dieses Thema etwas strittig. Dadurch, dass einige Ärzte (Knochendichtemessung) und einige Pharmafirmen (Medikamente) von einer intensiveren Osteoporose-Diagnostik profitieren und sich auch entsprechend verhalten, sollte man die "Empfehlungen" zu dieser Frage immer lieber doppelt prüfen.

      Die Ärzte-Fachgesellschaft empfiehlt in folgenden Fällen eine gezielte Osteoporose-Diagnostik:

      • Frauen bis 50 Jahre und Männer bis 60 Jahre:
        Diagnostik dann, wenn ein Wirbelkörperbruch auftrat, der auf Osteoporose hindeutet, wenn länger als drei Monate Kortison-Tabletten oder -Spritzen verabreicht wurden oder wenn bestimmte Stoffwechselkrankheiten bestehen (Nebenschilddrüsen-Überfunktion, Cushing-Syndrom = Überproduktion von Kortison).
      • Frauen zwischen 50 und 60 Jahre, Männer zwischen 60 und 70 Jahre:
        Diagnostik dann, wenn ein Wirbelkörperbruch auftrat, der auf Osteoporose hindeutet.
      • Frauen zwischen 60 und 70 Jahre, Männer zwischen 70 und 80 Jahre:
        Diagnostik dann, wenn ein Wirbelkörperbruch auftrat, der auf Osteoporose hindeutet, oder wenn andere Faktoren auf ein erhöhtes Risiko hinweisen (Rauchen, Untergewicht, Neigung zu stürzen, Knochenbrüche ohne erkennbar starke Verletzunge.
      • Frauen über 70 Jahre und Männer über 80 Jahre:
        grundsätzlich immer

      Spätestens an dem letzten Punkt sieht man, dass man auch hier zweierlei Meinung sein kann. Soll man sich wirklich mit 80 Jahren einer Knochendichtemessung unterziehen, ohne dass man Beschwerden hat? Wir empfehlen Ihnen, dieses Thema mit dem behandelnden Arzt gründlich durchzusprechen und dann gemeinsam eine vernünftige Entscheidung zu treffen.

      Osteoporose? Knochendichtemessung nur bei begründetem Verdacht

      Osteoporose ist vornehmlich eine Krankheit des höheren Alters. Sie trifft Frauen häufiger als Männer. Bei einer Osteoporose vermindert sich die Festigkeit – besser die Dichte – der Knochen. Dadurch werden sie dünner und anfälliger für Brüche. Das Risiko kann durch eine Knochendichtemessung – medizinisch Osteodensitometrie – ermittelt werden.

      Häufig wird die Angst geschürt: Das Erweichen der Knochen führe zu vermehrten Knochenbrüchen. Ob das aber wirklich stimmt, daran bestehen zumindest Zweifel. Die Krankenkasse Barmer GEK sagt, dass die meisten Knochenbrüche bei Menschen mit normaler Knochendichte auftreten. Allerdings werden viele Brüche – insbesondere von Wirbeln -, die wegen Osteoporose entstehen, gar nicht wahrgenommen. Denn sie bereiten keine besonderen Beschwerden.

      Keine voreilige Routine-Knochendichtemessung, die Sie selber zahlen müssen

      Die Wahrscheinlichkeit für eine Osteoporose lässt sich abschätzen. So gibt es bestimmte Risikofaktoren: Frauen und ältere Menschen sind gefährdeter, die Stärke der Knochen wird vererbt, Mangelernährung, bestimmte Krankheiten (z.B. Schilddrüse) und Medikamente (z.B. Kortison) sowie wenig Bewegung machen anfällig.

      Ob eine Osteoporose vorliegt, lässt sich mit einer Knochendichtemessung bestimmen. Sie ermittelt den Mineralsalzgehalt der Knochen an der unteren Lendenwirbelsäule und den Hüftknochen. Verschiedene Ärzte bieten diese Messung im Rahmen von sogenannten Igel-Leistungen an. Das sind Leistungen, die der Patient selbst bezahlt muss.

      Die Barmer GEK rät Betroffenen nun, eine Osteodensitometrie nur bei begründetem Verdacht durchführen zu lassen, weil sie ohne Verdacht nicht sinnvoll ist. Bei einem begründeten Verdacht, wenn sie also medizinisch notwendig ist, wird sie aber auch von der Krankenkassen bezahlt.

      Gibt es einen Osteoporose-Test?

      Sich röntgen zu lassen, um die Knochendichte zu messen und rauszubekommen, ob man Osteoporose hat oder kurz davor steht, ist natürlich wenig verlockend. Schnell mal ein paar Fragen beantworten und dann auswerten, ist da schon sympathischer.

      Ganz so einfach ist es zwar nicht, weil solch ein Test nie so genau sein kann wie eine bildgebende Untersuchung der Knochen. Aber immerhin gibt es Test-Modelle, die einen Anhaltspunkt geben, ob man unter erhöhtem Risiko steht. Und das geht so:

      • Sie sind ein Mann
        0 Punkte
      • Sie sind eine Frau
        1 Punkte
      • Sie sind unter 60 Jahre alt
        0 Punkte
      • Sie sind 60-69 Jahre alt
        1 Punkte
      • Sie sind 70-79 Jahre alt
        2 Punkte
      • Sie sind älter als 80 Jahre
        3 Punkte
      • Sie sind eher untergewichtig
        1 Punkte
      • Sie rauchen
        1 Punkte
      • Sie haben länger als drei Monate Kortison-Tabletten einnehmen müssen
        3 Punkte
      • Sie sind körperlich inaktiv und wenig belastbar
        1 Punkte
      • Sie stürzen relativ schnell mal
        1 Punkte
      • Sie haben sich wegen eigentlich kleiner Stürze schon mal etwas gebrochen
        2 Punkte
      • Sie hatten bereits einen Bruch eines Wirbelkörpers
        3 Punkte
      • Bei Ihren Eltern kam es zu einem Beinbruch wegen eines Sturzes
        1 Punkte

      Wenn Sie in Summe auf mehr als 2 Punkte kommen, besteht statistisch ein erhöhtes Osteoporose-Risiko. Eine ärztliche Untersuchung ist dann zur Sicherheit durchaus ratsam, um so mehr natürlich, wenn es deutlich mehr Punkte sind (5 aufwärts).

      Behandlung 

      Wann ist eine medikamentöse Vorbeugung vor Osteoporose sinnvoll?

      Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, und von unterschiedlichen Experten erhalten Sie dazu unterschiedliche Antworten. Tatsache ist: Für einige Frauen macht eine medikamentöse Vorbeugung durchaus Sinn, und zwar dann, wenn bereits deutliche Anzeichen für Knochenschwund bestehen oder aber weitere Risikofaktoren für eine Osteoporose vorhanden sind.

      Problem künstlich hochgejazzt?

      Tatsache ist aber auch, dass das eher die Ausnahme ist: Die meisten Frauen in oder nach den Wechseljahren haben kein besonderes Problem mit Knochenschwund oder Osteoporose. Das Thema wurde von den Herstellern der entsprechenden Präparate in den letzten Jahren leider über Gebühr gepusht, und der eine oder andere Experte, der eine Osteoporose-Prophylaxe empfiehlt, erhält zur gleichen Zeit üppige Vortragshonorare vom Hersteller.

      Besprechen Sie das Thema am besten einmal in Ruhe mit Ihrem Arzt. Wenn Sie mehrere Risikofaktoren für das Entstehen einer Osteoporose haben, kann eine Vorbeugung mit Medikamenten durchaus sinnvoll sein. Sonst eher nicht, zumindest nicht mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

      Was für Osteoporose-Medikamente sind SERM?

      SERM ist die Abkürzung für selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren. Es handelt sich dabei um Medikamente, die spezielle Östrogen-Rezeptoren im Knochen anregen. Sie entfalten dabei eine ähnliche Wirkung wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, nämlich eine Anregung des Knochenstoffwechsels und eine Zunahme der Knochenstabilität.

      Nur bei Frauen in den Wechseljahren

      Die Logik dahinter ist einleuchtend. Da Frauen mit Beginn der Wechseljahre immer weniger Östrogen produzieren, sind sie überproportional häufig von Osteoporose betroffen. Denn Östrogen ist bei Frauen ein wesentlicher Knochenstabilisator. Dem versucht man mit der Medikamenten-Gruppe der SERM zu begegnen, in dem man genau diese ausbleibende Östrogenwirkung künstlich nachahmt. Entsprechend sind SERMs auch nur für Frauen in den Wechseljahren geeignet.

      Derzeit (Februar 2013) gibt es zwei Wirkstoffe dieser Gruppe im Handel:

      • Bazedoxifen (Conbriza®)
      • Raloxifen (Evista® und Optruma®)

      Da diese Medikamente nur die Östrogen-Rezeptoren des Knochenstoffwechsels ansteuern, haben sie nicht die üblichen Effekte anderer Östrogen-Präparate (u.a. Brustspannen, Blutungen, Wachstumsreize an Brust und Gebärmutter). Sie können damit aber außer der Osteoporose auch keine anderen Wechseljahresbeschwerden lindern. Im Gegenteil: Hitzewallungen zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen. Auch sonst sind die Präparate nicht frei von Nebenwirkungen, weswegen sie nur bei gesicherter Osteoporose zum Einsatz kommen sollten.

      Prognose

      Ist eine Osteoporose heilbar?

      Das kommt darauf an, wen Sie fragen. Die meisten schulmedizinischen Experten halten die Osteoporose für nicht heilbar. Zwar kann man demnach den Prozess des Knochenabbaus mit Bewegung, Ernährung und Medikamenten aufhalten. Aber rückgängig ist der Verlust an Knochensubstanz nicht mehr zu machen. Es gibt aber auch Gegenstimmen. So gibt es durchaus Ärzte, die auch einen Rückgang der Osteoporose bzw. des Knochenschwunds für möglich halten.

      Mit Osteoporose wird auch Geld verdient

      Als wenn das nicht schon Verwirrung genug wäre, kommt hinzu, dass man bei einigen dieser Aussagen immer auch finanzielle Interessen dahinter vermuten muss. Und zwar auf beiden Seiten. Die Hersteller der üblichen Osteoporose-Medikamente (und leider manchmal auch die von diesen Firmen gesponserten Ärzte) haben ein nicht geringes Interesse daran, dass man diese Mittel über lange Zeit einnimmt. Es mag zynisch klingen, aber da ist eine rasche Heilung eher schädlich.

      Aber auch die mitunter im Internet hoch angepriesenen Alternativ-Präparate, die eine Osteoporose im Nu heilen, sind oft genug in Wahrheit vor allem eine Geldquelle für die Anbieter. Das mag bitter sein, aber man muss bei Wohlstandskrankheiten wie der Osteoporose (war vor 100 Jahren noch kein Thema) leider immer auch mit einrechnen, dass bestimmte Gruppen die Gefahr bewusst hochjazzen. Denn Medikamente schluckt nur, wer sich für krank hält oder Angst hat, krank zu werden.

      Wer bestreitet, dass es solche Denkmuster im Medizinbetrieb gibt, lügt oder ist naiv. Der Autor dieser Zeilen hat das selbst mehrfach erlebt.

      Hauptsache, keine Beschwerden

      Letztlich kommt es natürlich auch darauf an, was man unter Heilung versteht. Wenn man tatsächlich schon Beschwerden hat, starke Gliederschmerzen oder gar Knochenbrüche zum Beispiel, und wenn dann eine Osteoporose-Therapie dazu führt, dass diese Beschwerden gelindert oder ganz zum Verschwinden gebracht werden, dann ist das ja durchaus so etwas wie eine gefühlte Heilung. Oder anders herum formuliert: Ist allein die Tatsache, dass man auf dem Röntgenbild oder in der Knochendichtemessung eine zu geringe Knochenmasse sieht, schon eine Krankheit? Obwohl es einem gut geht? Dann wäre wahrscheinlich jeder von uns krank, denn irgendetwas findet man immer, wenn man lange genug sucht.

      Stimmt es, dass man bei einer Osteoporose immer kleiner wird?

      Zumindest bei sehr langem, unentdecktem Verlauf kann das passieren. Und zwar dadurch, dass es zu unbemerkten Einbrüchen von Wirbelkörpern kommt, die die Wirbelsäule zusammensinken lassen.

      Zum Hintergrund: Wirbelkörperbrüche sind neben Frakturen des Oberschenkelhalses die häufigsten Komplikationen bei langjähriger Osteoporose. Studien deuten an, dass die Wirbel vor allem bei hormonell bedingter Osteoporose gefährdet sind. Einen solchen Wirbelkörperbruch muss man aber nicht unbedingt bermerken. Zwar kommt es dabei häufig zu Rückenschmerzen, die werden aber nicht selten (auch von Ärzten) als Hexenschuss missgedeutet.

      So kann es in sehr ausgeprägten Fällen vorkommen, dass ein regelrechter "Rundrücken" entsteht – der sogenannte Witwenbuckel.

      Kann man an Osteoporose sterben?

      Eine Osteoporose kann man zwar in der Regel nicht heilen, also nicht komplett rückgängig machen. Aber dass man daran stirbt, ist höchst unwahrscheinlich. Dass bestimmte Experten immer wieder das Gegenteil behaupten und die Osteoporose als todbringendes Monster beschreiben (was dann Journalisten gern kritiklos übernehmen und nachplappern), hat eher damit zu tun, dass einige dieser Experten finanzielle Zuwendungen von eben jenen Herstellern erhalten, die mit Osteoporose-Medikamenten viel Geld verdienen. Und wer Angst hat, nimmt mehr Pillen ein.

      Wenn überhaupt, dann nur indirekte Gefahr

      Natürlich kann der Knochenschwund in seltenen Fällen auch irgendwann zum Tode führen. Dann aber eher indirekt. Eine solche Gefahr droht zum Beispiel, wenn es zu wiederholten Knochenbrüchen mit langer Bettlägerigkeit kommt. So kann sich gerade bei sehr alten Menschen bei längeren Krankenhausaufenthalten eine Lungenentzündung entwickeln, die im schlimmsten Fall auch tödlich enden kann. Und bei zusätzlich bestehenden Durchblutungsstörungen bergen längere Liegezeiten immer die Gefahr, dass sich Thrombosen in den Beinen bilden, die eine lebensbedrohliche Lungenembolie verursachen können.

      Medikamente bei fortschreitendem Knochenschwund sinnvoll

      Aber erstens ist dann eigentlich weniger die Osteoporose Schuld, sondern die Altersschwäche oder das, was die Durchblutungsstörungen verursacht hat. Zweitens passiert das alles nicht, wenn es sich um eine leichte Osteoporose-Form handelt. Und die meisten Fälle von Osteoporose sind eher leichter Natur, die sich mit viel Bewegung, gesunder Ernährung und manchmal auch Medikamenten gut eindämmen lassen.

      Bei fortschreitendem Knochenschwund wird natürlich sehr wohl und auch zurecht mit Medikamenten behandelt. Damit soll einer zu starken Abnahme der Knochendichte entgegengewirkt werden – und damit der Gefahr wiederholter Knochenbrüche.

      Knochenbrüche bei Osteoporose

      Welche Knochen sind bei einer Osteoporose am stärksten gefährdet?

      Der Oberschenkelknochen und die Wirbelkörper. Zumindest, was die Bruchgefahr angeht. Anders ausgedrückt: Die häufigsten Knochenbrüche aufgrund einer Osteoporose sind Oberschenkelhalsbrüche und sogenannte Wirbelkörperfrakturen.

      Beim Oberschenkelhalsbruch hängt das nicht nur mit der Osteoporose zusammen, sondern auch damit, dass es sich hier ohnehin um einen der häufigsten Knochenbrüche handelt, der in höherem Alter wegen der zunehmenden Sturzgefahr zunimmt.

      Ein Wirbelkörperbruch hingegen ist relativ typisch für die Osteoporose, weil er normalerweise nur dann auftritt, wenn der Knochen bereits vorgeschädigt ist.

      Darf man sich mit einem Wirbelkörperbruch noch bewegen?

      Ja, man sollte sogar! Denn körperliche Schonung oder gar komplette Bewegungsarmut schadet mehr als dass sie nützt.

      Zu Wirbelkörperbrüchen (Wirbelkörperfrakturen) kann es bei fortgeschrittener Osteoporose kommen. Meist bemerkt man das an ausgeprägten und anhaltenden Rückenschmerzen. Schmerzen bereiten aber nicht nur frisch entstandene Frakturen. Auch wenn der Bruch ausgeheilt ist, haben viele Betroffene stärkere Beschwerden, die dann häufig von Fehlhaltungen und Verspannungen herrühren.

      Rückenschmerzen und Verspannungen verleiten natürlich dazu, sich zu schonen. Das ist verständlich, aber falsch. Denn durch Schonung bessert sich die Situation langfristig keineswegs – im Gegenteil: Die Gelenke werden steif und verlieren ihre Funktionsfähigkeit, und durch den Bewegungsmangel fehlt den Knochen der Reiz zum Aufbau. Die Osteoporose schreitet dadurch noch schneller fort, wodurch es möglicherweise zu weiteren Knochenbrüchen mit weiteren Schmerzen kommt.

      Um den Teufelskreis aus körperlicher Passivität und Knochenschwund zu durchbrechen, sind auch schmerzstillende Medikamente und krankengymnastische Übungen hilfreich. Im Vordergrund stehen dabei Fitness-, Koordinations- und Krafttraining.

      Kann man Wirbelfrakturen operativ beheben?

      Ja. Wenn Wirbelbrüche (Wirbelfrakturen) aufgrund einer Osteoporose über Monate anhaltenden Schmerzen bereiten, gibt es zwei gängige Verfahren zur operativen Behandlung:

      • die Vertebroplastie
      • und die Kyphoplastie

      Die Vertebroplastie erfolgt meist unter lokaler Betäubung. Der Operateur spritzt einen Kunststoff in den gebrochenen Wirbelkörper. Der Kunststoff, eine Art „medizinischer Zement“, verteilt sich, erhärtet und stabilisiert den Wirbel von innen.

      Eine Kyphoplastie findet meist unter Vollnarkose statt. Dabei schiebt der Arzt einen Ballon in den gebrochenen Wirbelkörper und bläst diesen Ballon auf. Dadurch richtet sich der Wirbelkörper auf. Anschließend lässt er den Ballon abschwellen und entfernt ihn. In den dabei entstandenen Hohlraum wird dann auch ein spezieller Zement eingebracht, der den Wirbelkörper von innen stützt und somit stabilisiert.

      Durch beide Verfahren werden die Schmerzen mitunter rasch und deutlich gelindert, manchmal sogar ganz beseitigt.

      Vorbeugung

      Was kann ich im Alltag tun, um mich vor Osteoporose zu schützen?

      Es gibt eine ganze Reihe an "Alltagsaktivitäten", mit denen Sie Ihr Risiko, an Osteoporose zu erkranken, senken. Zu nennen sind hier vor allem:

      • Ernährung:

        Achten Sie auf ausreichende Zufuhr an Kalzium und Vitamin D
      • Bewegung:

        Körperliche Aktivität stärkt den Knochen
      • Sonnenlicht:

        Vitamin D ist gut für den Knochen. Und der Körper bildet mehr Vitamin D unter Einfluss des Sonnenlichts. Hiermit ist nicht exzessives "Sonnenbaden" gemeint, sondern regelmäßiger Aufenthalt im Freien.
      • Aufhören zu Rauchen:

        Sie wissen es, und wenn Sie Raucher sind, wollen Sie es gar nicht mehr hören. Trotzdem: Auch zur Vorbeugung einer Osteoporose ist der Verzicht ein essentieller Rat, denn Rauchen erhöht die Gefahr des Knochenabbaus.

      Vitamin D: Und es nützt doch?

      Über den Nutzen von der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten gibt es ganz unterschiedliche Erkenntnisse – von wirksam bis überflüssig. Eine Studie, die im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, kommt jetzt zu dem Schluss, dass es dabei vor allem auf die Dosis ankommt.

      Auf die Dosis kommt es an

      Wissenschaftler der Universität Zürich haben die Daten von über 30.000 Patienten ausgewertet, die an Studien zur Vitamin-D-Ergänzung teilgenommen haben. Anhand der Daten kommen sie zu dem Schluss, dass Vitamin D, wenn es tatsächlich in ausreichender Menge eingenommen wird, tatsächlich eine schützende Wirkung entfaltet. Doch das gelingt nur, wenn man mindestens 800 internationale Einheiten (IE) Vitamin D pro Tag zu sich nimmt. Dann verringert sich das Hüftbruchrisiko um rund 30%.

      Vitaminpillen oder Spaziergänge plus guter Ernährung?

      Der Körper benötigt Vitamin D für den Knochenaufbau und die Knochenregeneration. Vitamin D wird durch die Nahrung zugeführt und – in weit umfangreicherem Maße – durch Sonnenlicht im Körper gebildet. Die Erfahrungen zeigen, dass je älter die Menschen werden, der Vitamin-D-Mangel steigt, weil ältere Menschen sich meist weniger an der frischen Luft bewegen.

      Deshalb sehen manche Ärzte die Notwendigkeit, dieses Vitamin zusätzlich als Tablette einzunehmen. Wirklich berechtigt scheint das aber nur bei hohem Osteoporose-Risiko oder wenn weder mit der Ernährung noch mit Spaziergängen eine "Vitaminkur" möglich ist. Viel Vitamin D enthalten zum Beispiel Fisch, Eier und Milchprodukte.

      Was hat die Sonne mit Vitamin-D-Mangel zu tun?

      UV-Licht spielt bei der Bildung von Vitamin D eine wichtige Rolle. Reicht die Sonneneinstrahlung auf die Haut nicht aus, wie etwa im Winter in den nördlichen Breiten Europas, steht dem Körper eventuell nicht genügend Vitamin D zur Verfügung.

      Ältere Menschen haben prinzipiell ein höheres Risiko für einen Vitamin-D-Mangel. Denn bei gleicher UV-Bestrahlung bilden sie deutlich weniger Vitamin D als Jüngere.

      Um die Bildung des Vitamins zu gewährleisten, empfehlen Experten, das Gesicht und die Arme eine halbe Stunde pro Tag der Sonnenbestrahlung auszusetzen. Wichtig: Holen Sie sich deswegen keinen Sonnenbrand. Auch indirektes Sonnenlicht hilft schon.

      Mangelt es auf Dauer sowohl an Sonnenbestrahlung als auch an der Zufuhr von Vitamin D über die Ernährung, kann man die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats erwägen.

      Warum senken tägliche Spaziergänge das Osteoporose-Risiko?

      Mit täglichen Spaziergängen an der frischen Luft wirken Sie einer Osteoporose gleich auf zweierlei Weise entgegen. Zum einen hält regelmäßige Bewegung Muskeln und Knochen in Form und ist damit eine der besten Vorbeugemaßnahmen gegen Knochenschwund.

      Zum anderen bildet der Körper unter dem Einfluss von Sonnenlicht mehr Vitamin D. Und Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel. Am besten ist natürlich, sie halten auch mal Arme und Beine in die Sonne (ggf. gut eingecremt), aber im Winter ist auch die Lichteinstrahlung im Gesicht allein schon sehr wertvoll.

      Schützt Sport tatsächlich vor Osteoporose?

      Ja. Regelmäßige körperliche Aktivitäten sind extrem wichtig, um Osteoporose vorzubeugen und das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen.

      Denn wenn wir uns bewegen, üben die Muskeln – die ja über Sehnen an den Knochen fixiert sind – einen Zug aufs Skelett aus. Diese Beanspruchung motiviert die Knochen dazu, Masse aufzubauen. Nur dann kann beispielsweise die Einnahme von Kalzium und Vitamin D auch günstige Wirkung zeigen.

      Ein weiterer Effekt von sportlicher Betätigung: Sind die Knochen in einem festen Muskelkorsett eingebettet, stürzt man viel seltener und ist zudem bei einem Sturz besser vor Knochenbrüchen geschützt.

      Kann ich mich durch gute Ernährung vor Osteoporose schützen?

      Der Knochen braucht Kalzium. Eine ausreichende Zufuhr an Kalzium mit der Nahrung wirkt einer Osteoporose deshalb entgegen.

      Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt z.B. Frauen ab dem Beginn der Wechseljahre, täglich mindestens 1.300 mg Kalzium zu sich zu nehmen. Nun ist das freiich keine sonderlich hilfreiche Aussage, da kaum jemand einschätzen kann, wie viel Kalzium sich in welchen Nahrungsmitteln befindet.

      Ein guter Tipp: Wenn Sie regelmäßig Milch und Milchprodukte zu sich nehmen, haben Sie in aller Regel eine ausreichende Kalziumzufuhr.

      Es gibt auch Brausetabletten mit Kalzium, mit denen Sie Ihren Bedarf decken können. Allerdings sollten Sie darüber vorher mit Ihrem Arzt sprechen und es nicht übertreiben. Denn zu viel Kalzium (über 3.000 mg täglich) kann auch schädlich sein.

      Welches Speisesalz ist gut zur Osteoporose-Vorbeugung?

      Speisesalz, das neben Jodid auch Fluorid enthält. So empfahlen es jedenfalls bis vor einigen Jahren die Experten. Allerdings ist diese Empfehlung in jüngerer Vergangenheit etwas aufgeweicht worden.

      Der Grund: Es gibt mehrere Studien, die einen vorbeugenden Effekt von Fluorid nicht nachweisen konnten. Unterm Strich sind eine Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung in Sachen Osteoporose sicherlich wichtiger.

      Worauf sollten Sie beim Mineralwasser zur Osteoporose-Vorbeugung achten?

      Auf den Kalzium-Gehalt. Einige Mineralwässer enthalten 500 mg Kalzium pro Liter und können damit relativ viel zur Osteoporose-Vorbeugung beitragen.

      Allerdings sollten Sie auch nicht übertreiben: Mehr als 1.500 mg Kalzium pro Tag sollte man nicht zu sich nehmen, über 3.000 mg sind sogar gesundheitsschädlich. Und bedenken Sie: Kalzium ist auch in anderen Lebensmitteln enthalten.

      Beim Mineralwasser lohnt sich übrigens auch der Blick auf den Natriumgehalt. Mehr als 60 mg pro Liter sollten es nicht sein.

      Warum sind phosphathaltige Lebensmittel ungünstig beim Osteoporose-Schutz?

      Der wichtigste "Rohstoff" zum Schutz vor Osteoporose ist Kalzium. Das Problem an Phosphaten ist, dass sie Kalzium aus dem Knochen verdrängen, wenn sie in zu großer Menge vorliegen.

      Deshalb empfiehlt es sich bei der Osteoporose-Vorbeugung, den Genuss besonders phosphatreicher Lebensmittel (z.B. Fleisch, Wurst, Schmelzkäse, Cola) etwas einzuschränken.

      Wann ist eine medikamentöse Vorbeugung vor Osteoporose sinnvoll?

      Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, und von unterschiedlichen Experten erhalten Sie dazu unterschiedliche Antworten. Tatsache ist: Für einige Frauen macht eine medikamentöse Vorbeugung durchaus Sinn, aber das Thema wird von den Herstellern der entsprechenden Präparate auch sehr gepusht, und der eine oder andere Experte, der eine Osteoporose-Prophylaxe empfielt, erhält zur gleichen Zeit üppige Vortragshonorare vom Hersteller.

      Besprechen Sie das Thema am besten einmal in Ruhe mit Ihrem Arzt. Wenn Sie mehrere Risikofaktoren für das Entstehen einer Osteoporose haben, kann eine Vorbeugung mit Medikamenten durchaus sinnvoll sein.

      Stärken weibliche Hormone wirklich die Knochen?

      Ja. Für das Östrogen ist das ja schon länger bekannt. Aber auch das andere weibliche Geschlechtshormon, das Progesteron (Gestagen), scheint den Knochenstoffwechsel positiv zu beeinflussen. Die genauen Vorgänge sind aber noch nicht eindeutig wissenschaftlich bewiesen.

      Und eines muss man sich dabei auch klar machen: Die weiblichen Hormone stärken zwar den Knochen, sind aber sicher nicht das allein selig machende Wundermittel gegen Osteoporose. Auf so mancher Website wird zum Beispiel Progesteron als das einzige Hormon bezeichnet, das knochenaufbauend wirkt. Klingt toll, ist aber falsch.

      Progesteron fördert den Knochenaufbau, Östrogen hemmt den Abbau

      Tatsächlich zählen zu den wichtigsten Hormonen für den Knochenstoffwechsel und seine Auf- und Abbauprozesse das Parathormon sowie Calzitonin und Calcitriol. Ab der Pubertät spielen dann auch die Sexualhormone eine maßgebliche Rolle, allen voran das Östrogen. Auch das als Gelbkörperhormon bekannte Progesteron mischt in dem Geschehen mit. Offenbar fördert es den Knochenaufbau, während Östrogen die Abbaumechanismen hemmt. Auf den Osteoblasten, wie die knochenbildenden Zellen genannt werden, sitzen dafür Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren.

      Natürliches Progesteron unterstützt also den schützenden Effekt von Östrogen vor einer Osteoporose. Im austarierten Zusammenspiel sind die beiden Hormone – wen wundert’s? – dabei am stärksten. In der Behandlung von Knochenschwund und der Vorbeugung dagegen kann das Progesteron deshalb ein wertvoller Bestandteil sein. Einseitigkeiten sind aber aller Erfahrung nach eher schädlich als hilfreich, sei es in der einen oder anderen Form.

      Schützt mich eine Hormontherapie mit Östrogen-Präparaten vor einer Osteoporose?

      Zwar ist der Östrogenmangel ab dem Beginn der Wechseljahre ein ungünstiger Faktor für den Knochen, weil Östrogen den Knochen stärkt. Und Östrogen-Präparate können auch vor der Entwicklung einer Osteoporose schützen. Dennoch wird eine Hormonbehandlung zur Verhütung einer Osteoporose nur in Ausnahmefällen empfohlen.

      Zum einen gibt es eine ganze Reihe anderer Substanzen (Kalzium, Vitamin D, Bisphosphonate u.a.), die dem Knochenabbau entgegenwirken. Zum anderen geht die langfristige Hormonbehandlung auch mit Gefahren einher, unter anderem einer Erhöhung der Brustkrebsrisikos.

      Stimmt es, dass eine Kalzium-Therapie gefährlich fürs Herz sein kann?

      Ja, allerdings ist diese Erkenntnis noch recht neu. Eine im British Medical Journal publizierte Studie (Bolland et al., BMJ 2010) hat ergeben, dass bei regelmäßiger Einnahme von Kalziumpräparaten (ohne gleichzeitige Vitamin-D-Gabe) zur Vorbeugung oder Behandlung einer Osteoporose das Herzinfarktrisiko in einem vierjährigen Beobachtungszeitraum um etwa 30% steigt.

      Die weit verbreitete Kalzium-Prophylaxe wird deshalb kritisch hinterfragt und sollte laut Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (DVO) nur erfolgen, wenn die empfohlene tägliche Aufnahme von 1.000 mg Kalzium mit der Nahrung nicht erreicht wird. Die Gesamtmenge des mit Nahrungsmitteln und Präparaten zugeführten Kalziums sollte 1.500 mg nicht überschreiten. Zur Orientierung: Eine Scheibe Käse oder 1 Glas Milch enthalten etwa 300 mg Kalzium, 1 Joghurt etwa 120 mg Kalzium, 1 Liter kalziumreiches Mineralwasser 200 bis 500 mg Kalzium.

      Kennt man Heilpflanzen, die helfen, Osteoporose zu verhindern?

      In der Naturheilkunde werden zur Osteoporose-Vorbeugung vor allem folgende pflanzlichen Arzneien empfohlen:

      • Rotklee
        Naturmediziner bescheinigen Rotklee, dass er die nachlassende körpereigene Produktion von Östrogen in gewisser Weise kompensiert. Demnach schützt die Pflanze vor den hormonabhängigen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Trockenheit der Schleimhäute, aber auch vor Osteoporose.
      • Yamswurzel
        Die Yamswurzel hat harmonisierende und regulierende Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Hilfreich soll sie sein bei den typischen Beschwerden der Wechseljahre, unter anderem zur Vorbeugung von Osteoporose.
      • Soja
        Soja enthält natürliche Isoflavone. Dadurch soll es dem Absinken des Östrogenspiegels entgegenwirken und somit verschiedene klimakterische Beschwerden lindern und zudem vor Osteoporose schützen.
      • Leinsamen
        Leinsamen enthält Lignane sowie andere Phytohormone, die östrogenartige Wirkung haben. Er soll besonders bei Trockenheit der Schleimhäute hilfreich sein, zudem bei Depression und Osteoporose.

      Osteoporose: Schon in der Jugend vorsorgen

      8 Millionen Menschen sollen in Deutschland unter Osteoporose leiden. Das Westdeutsche Osteoporose Zentrum (WOZ) moniert, dass nur jede fünfte Erkrankung rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird. Eine Vorsorge gegen Knochenschwund könne schon in der Pubertät erfolgen.

      Vor allem Frauen leiden unter der Stoffwechselerkrankung, die zum Knochenabbau führt. Frauenärzte sagen, dass Frauen zu 80% betroffen sind und zwar überwiegend nach den Wechseljahren. Jede zweite ist über 70 Jahre alt.

      Gute Ernährung, viel Bewegung, aber kein Alkohol und Nikotin

      Als Risikofaktoren gelten neben Geschlecht, Alter und Hormonlage auch die Ernährung, Bewegungsmangel und das Rauchen. Und gerade bei Ernährung, Bewegung und Rauchen beginne die Vorsorge schon der Pubertät.

      Dr. Jürgen Klinghammer, Direktor des WOZ, mahnt, dass bereits in jungen Jahren die Grundlage für Knochendichte gelegt werden könne. Dazu gehöre genügend Kalzium und Vitamin D, ausreichende körperliche Aktivität, kein Konsum von Alkohol und Nikotin. Klinghammer warnt vor Fast Food, Cola und phosphatreichen Erfrischungsgetränken, weil sie Kalzium vernichten.

      Wissenswertes

      Was ist eine Osteopenie?

      Mit Osteopenie bezeichnen Ärzte eine verminderte Knochendichte. Allerdings noch so dezent, dass man maximal von einer Vorstufe der Osteoporose sprechen kann.

      Ob die Knochendichte vermindert ist, kann man nur mit einer speziellen Röntgen-Untersuchung feststellen. Da das nur gerechtfertigt ist, wenn ein Verdacht auf Osteoporose besteht, ist die Osteopenie genau genommen eher ein beruhigender Befund. Zumal fast jeder ältere Mensch eine leicht abnehmende Knochendichte entwickelt. Vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren ist das fast ein Normalfall.

      Leider wird der Befund "Osteopenie" von einigen Pharmaunternehmen und Ärzten auch missbraucht, um Ängste zu schüren und eine vorzeitige medikamentöse Behandlung anzuregen.

      Noch ein Extra-Tipp:
      Welche Rolle spielen Mikronährstoffe bei Osteoporose?
      Unsere Empfehlungen dazu finden Sie hier.

      Quellen:

      • Leitlinie "Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose". Herausgeber: Dachverbands der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Gesellschaften e.V. www.awmf.org.
      • New England Journal of Medicine 367: 40-49.

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