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Arthrose im Knie: Ursachen und Behandlung

Autoren:

Welche Beschwerden hat man bei einer Knie-Arthrose? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und wie eingeschränkt bin ich dadurch im Alltag? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir im folgenden Beitrag.

Ursachen

Wodurch entsteht eine Arthrose im Knie?

Zu den häufigsten Ursachen für die Entstehung einer Knie-Arthrose zählen:

  • Fehlstellungen im Kniegelenk (X- und O-Bein)
  • Kreuzbandriss
  • Meniskusriss oder Meniskusresektion (Entfernung)
  • Knorpelschäden, etwa nach Unfall oder Sportverletzungen
  • starkes Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • erbliche Faktoren: familiär erhöhte Häufigkeit von Arthrose im Knie

Risikofaktoren

Fördert eine Fehl- und Überbelastung eine Arthrose?

Eine Arthrose im Knie (Gonarthrose) wird häufig durch berufliche oder sportliche Überlastung ausgelöst. Denn die intensive und häufige Bewegung der Gelenke trägt dazu bei, dass sich der Gelenkknorpel schneller abnutzt. Für die Gelenke bedeutet viel Sport daher auch oft viel Verschleiß. Aber auch Menschen, die körperlich hart arbeiten (z.B. Handwerker, Maler oder Fliesenleger, die sich in ihrem Beruf häufig in die kniende Haltung begeben müssen) leiden oft unter typischen Arthrose-Beschwerden im Knie, weil sie über viele Jahre hinweg die gleichen Bewegungen ausüben müssen. Zudem wird eine Arthrose im Knie oft durch Fehlstellungen der Beine (X-Beine oder O-Beine) ausgelöst.

Welchen Einfluss hat Übergewicht auf die Entstehung einer Kniearthrose?

Schon fünf Kilo Übergewicht verdoppeln das Risiko einer Gonarthrose. Der Grund dafür ist, dass die Gelenke (und die Knorpelsubstanz) durch starkes Übergewicht leiden. Denn eine dauerhafte Überbelastung des Knies führt zu einer schnelleren Abnutzung der Gelenkoberflächen, und die schützende Knorpelsubstanz wird immer dünner. Kommen zusätzlich noch Verletzungen in der Knieregion hinzu, kann sich der Gelenkverschleiß erheblich beschleunigen.

Bewegungsmangel: Ein Risikofaktor für Kniearthrose?

Bewegungsmangel kann eine Arthrose begünstigen. Das hat folgenden Grund: Sind die Muskeln, die das Gelenk stabilisieren, nicht gut trainiert und zu schwach, kann der Halteapparat den Körper nicht mehr stabilisieren.

Verletzungen und Arthrose: Gibt es einen Zusammenhang?

Aber auch unbehandelte, verschleppte oder nicht fachgerecht behandelte Knieverletzungen können eine Knie-Arthrose auslösen. Dazu gehören osteochondrale Knorpelschäden (Verletzung betrifft Knorpel und Knochen), Verletzungen des Meniskus (Meniskusriss) und Kreuzbandverletzungen (Kreuzbandriss).

Symptome

Welche Symptome verursacht eine Arthrose im Knie?

Die Symptome einer Kniegelenks-Arthrose können vielfältig sein. Die Beschwerden beginnen auch oft erst, wenn der Verschleiß schon relativ weit fortgeschritten ist. Im Mittelpunkt stehen immer belastungsabhängige Schmerzen:

Anzeichen für Knie-Arthrose

Was ist Anlaufschmerz?

Zu Beginn der Kniegelenks-Arthrose können sogenannte Anlaufschmerzen auftreten. Man verspürt zum Beispiel nach längeren Ruhepausen, besonders morgens nach dem Aufstehen, einen heftigen Schmerz im betroffenen Gelenk, der aber nach einigen Schritten oder Gehminuten wieder nachlässt.

Ist Belastungsschmerz ein Zeichen für Kniearthrose?

Ein anderer, typischer Arthrose-Schmerz ist der Belastungsschmerz: Er tritt bei momentaner Überlastung eines Gelenks auf. Häufig kommt es zu Problemen beim Treppensteigen oder Gehen auf unebenen Gelände. Das Knie schmerzt quasi mit jedem Schritt. Oft ist auch ein leichtes Knirschen oder Knacken im Gelenk zu hören. Zudem können sich die Beschwerden beim Tragen schwerer Gegenständen verstärken.

Was ist Ruheschmerz?

Ein weiteres charakteristisches Anzeichen einer Kniegelenks-Arthrose (Gonarthrose) sind Ruheschmerzen oder nächtliche Gelenkschmerzen. Oft auch verspürt man nach längerer Ruhepause Schmerzen hinter der Kniescheibe. Ist die Arthrose bereits weiter fortgeschritten, nimmt die Bewegungsfähigkeit des Knies immer mehr ab. Die Gelenke fühlen sich steif an und lassen sich kaum oder nur mehr unter großen Schmerzen bewegen.

Schwellung, Rötung und Überwärmung: typisch für Arthose im Knie?

Bei einer fortgeschrittenen Arthrose im Knie kann auch eine Entzündung des Kniegelenks auftreten. Typische Symptome sind dann Schwellung, Rötung und Überwärmung des betroffenen Kniegelenks.

Ebenfalls häufig tritt eine Wetterfühligkeit des betroffenen Kniegelenks auf. Das heißt, dass sich die Beschwerden bei feucht-kaltem Wetter verstärken.

Schmerzschübe

Außerdem treten die Symptome einer Knie-Arthrose häufig in Schüben auf. Die Schmerzen können dabei mehrere Tage oder Wochen anhalten und anschließend wieder verschwinden. Je weiter aber die Arthrose fortgeschritten ist, umso länger andauernder werden diese Schübe und umso heftiger sind die Symptome. Im Endstadium der Gonarthrose sind die Beschwerden schließlich dauerhaft vorhanden.

Behandlung

Was passiert, wenn eine Arthrose im Knie nicht behandelt wird?

Die Arthrose ist eine chronische Erkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel langsam aber fortlaufend abbaut. Die schützende Knorpelschicht wird immer dünner und kann nicht mehr als „Stoßdämpfer“ fungieren.

Der Verlauf einer Arthrose ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Das heißt, bei manchen baut sich die Knorpelsubstanz früher ab und bei anderen später. Im Endeffekt jedoch führt eine unbehandelte Arthrose dazu, dass sich die Knorpeloberfläche vollständig ablöst. Es entsteht eine sogenannte Knorpelglatze, bei der die Knochenenden direkt aufeinander reiben. Das Knie zu bewegen oder auszustrecken ist dann meist nur noch unter großen Schmerzen möglich. Zudem kann sich das Gelenke versteifen und verformen.

Nicht nur der Gelenkknorpel in Gefahr

Eine Arthrose betrifft aber nicht nur den Gelenkknorpel. Auch die umliegenden Gewebe des Gelenks können durch die Verschleißerscheinungen geschädigt werden. Durch den Knorpelabbau verliert das Gelenk seine natürliche Form und Fehlstellungen können auftreten. Auch der Knochen kann sich verändern. Zudem kann der chronische Gelenkverschleiß zu einer Entzündung (Gelenkschleimhautentzündung) führen und die Bänder und Sehnen schädigen, die das Gelenk umgeben.

Darüber hinaus kann ein versteiftes Gelenk auch andere (benachbarte) Gelenke des Körpers schädigen: Man spricht dann auch von einer Begleitarthrose.

Prothese: Der letzte Ausweg

Ist der Gelenksknorpel ganz abgebaut und kann das Knie nur mehr unter großen Schmerzen bewegt werden, ist eine Gelenkprothese (Knie-TEP) der letzte Ausweg. Das künstliche Kniegelenk (Endoprothese) kann das verschlissene menschliche Kniegelenk vollständig oder teilweise ersetzen. Die Haltbarkeit des Kunstgelenks ist allerdings begrenzt: Eine Knie-Endoprothese hält durchschnittlich etwa 15 bis 20 Jahre. Danach kann sie gegen eine neue Endoprothese ausgetauscht werden. Ein erneuter Austausch kann jedoch nicht immer problemlos erfolgen und ist meist mit gewissen Risiken verbunden.

Fazit: Eine Arthrose zu behandeln und durch geeignete Alltagsmaßnahmen zumindest aufzuhalten ist besser als abzuwarten.

Therapie: Gymnastik, Einlagen, OP und Akupunktur

Arthrose im Kniegelenk: Hilft Krankengymnastik?

Ja. Bewegung spielt eine wichtige Rolle in der Arthrose-Therapie. Durch ein sanftes Muskeltraining ist es möglich, die Schmerzen im Knie zu lindern.

Heilen lässt sich ein Knorpelverschleiß zwar auch mit Krankengymnastik nicht. Allerdings kann eine regelmäßig durchgeführte Physiotherapie den Krankheitsverlauf einer Knie-Arthrose in vielerlei Hinsicht positiv beeinflussen. Das hat folgenden Grund:

Starke Muskulatur wirkt Versteifung entgegen

Bei einer Knie-Arthrose kommt es zum fortschreitenden Verlust des Gelenkknorpels und dadurch zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Da sich die Schmerzen bei bestimmten Bewegungen (wie Treppensteigen, in die Knie gehen, etc.) oder bei starken Belastungen verschlimmern können, verzichten viele Arthrose-Patienten oft auf jegliche Art von Bewegung und nehmen eine gewisse Schonhaltung ein, was das Fortschreiten der Arthrose weiter vorantreibt. Im schlimmsten Fall kann es zu einer vollkommenen Zerstörung der Gelenke mit Einsteifung kommen.

Durch ein sanftes Muskeltraining ist es möglich, die Beinmuskulatur nach und nach wieder aufzubauen. Und je stärker die Oberschenkelmuskulatur ist, desto besser. Kräftige Beinmuskeln entlasten das erkrankte Gelenk und sorgen dafür, dass das Knie wieder besser stabilisiert wird. Das geschädigte Gelenk hat dadurch mehr Halt.

Ein schonendes Muskeltraining stärkt aber nicht nur die Muskeln, sondern auch die Bänder und Sehnen. Zudem sind spezielle Dehn- und Entspannungsübungen wichtig, um Muskelversteifungen und Verhärtungen zu lockern.

Bewegung fördert auch Nährstoff-Versorgung der Gelenke

Eine regelmäßig durchgeführte Physiotherapie ist außerdem wichtig für einen gesunden Knorpelstoffwechsel. Da der Knorpel keine Blutgefäße besitzt, ist er auf die Versorgung von Nährstoffen durch die Gelenkflüssigkeit angewiesen. Und was dabei wichtig ist: Bei ausreichender Bewegung wird genügend Gelenkflüssigkeit produziert, um den Knorpel mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Bewegt man sich hingegen zu wenig, müssen die Knorpelzellen „hungern“, denn sie bekommen nicht mehr genug Nährstoffe zugeführt. Im schlimmsten Fall sterben sie sogar ab. Für die Gesunderhaltung des Gelenkknorpels ist regelmäßige körperliche Aktivität daher unverzichtbar.

Begleitend zur Krankengymnastik können sanfte Sportarten wie Radfahren, Walking, Rückenschwimmen, Yoga oder Wassergymnastik dabei helfen, Muskeln aufzubauen und damit Arthrose-Beschwerden zu lindern.

Arthrose im Kniegelenk: Können Einlagen helfen?

Ja, orthopädische Einlagen können dabei helfen, das Kniegelenk bei Arthrose zu entlasten und somit den Verlust der Knorpelsubstanz zu verlangsamen.

Mitunter greifen Einlagen sogar direkt an den Ursachen der Arthrose an. Leichte Fehlstellungen der Fußgelenke wie zum Beispiel X-Beine oder O-Beine können nämlich zu einer erhöhten Abnutzung des Gelenkknorpels führen. Durch die Fehlstellung der Beine kommt es zu einer einseitigen Druckbelastung des Knorpels, wodurch die Gelenkoberfläche an einer bestimmten Stelle immer mehr an Substanz verliert, bis schließlich nur mehr Knochen auf Knochen reibt.

Gewicht wieder gleichmäßig verteilt

Durch das Tragen speziell angefertigter Schuheinlagen (zum Beispiel Einlagen mit erhöhtem Innen- oder Außenrand) kann das Körpergewicht wieder gleichmäßig auf das Kniegelenk verteilt werden, wodurch der erkrankte Knorpel entlastet wird. Zudem verbessert sich der gesamte Bewegungsablauf. Des Weiteren können Fersenkissen (auch Weichpolstereinlagen) oder Schuhe mit gedämpften Absätzen – sogenannte Pufferabsätze – den Belastungsdruck beim Gehen abfangen und dämpfen.

Zusätzlich noch ein weiterer Effekt der Einlagen

Außerdem haben orthopädische Einlagen noch einen weiteren positiven Effekt: Da sie die Schmerzen beim Gehen lindern können, tragen sie automatisch dazu bei, dass man sich wieder mehr bewegt. Und regelmäßige Bewegung ist für die Gesunderhaltung des Knorpels besonders wichtig. Denn wer körperlich aktiv ist, produziert automatisch mehr Gelenkflüssigkeit, welche nicht nur als wichtiger Stoßdämpfer für die Knochen dient, sondern auch dafür sorgt, dass die Knorpelzellen mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden.

Das Tragen von orthopädischen Einlagen kann damit eine äußerst wirksame Unterstützung für die Arthrose-Therapie sein.

Operation zwecks Kniegelenkersatz bei Arthrose: Was erwartet mich?

Sie leiden an Arthroseschmerzen, und Ihr Arzt hat Ihnen den Einbau eines künstlichen Kniegelenks ans Herz gelegt. Vielleicht ist auch einer Ihrer Angehörigen von Arthrose betroffen, und Sie möchten sich aus diesem Grund über die groben Abläufe bei einem Kniegelenkersatz informieren.

Vor der Aufnahme ins Krankenhaus

Vom behandelnden Arzt erhalten Sie eine Überweisung in die orthopädische Abteilung einer geeigneten Klinik. Sie vereinbaren dort einen Termin zum ambulanten Vorgespräch. Ein Arzt bespricht mit Ihnen Ihre Beschwerden, ob bzw. welche Operation sinnvoll ist und wie man dabei vorgehen möchte.

Zur Beurteilung sind aktuelle Röntgenbilder nötig. Um unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden, bringen Sie bitte die letzten Aufnahmen von Ihrem Orthopäden mit.

Je nach Klinik erhalten Sie dann entweder einen Termin für eine vorstationäre Aufnahme einige Tage vor der Operation, an dem das Narkosegespräch und weitere Untersuchungen (Blutabnahme, EKG etc.) durchgeführt werden. Nach diesem Termin können Sie bis zum Operationstag wieder nach Hause gehen. Oder es wird direkt ein Aufnahmetermin am Vortag der Operation festgelegt, an dem dann die genannten Untersuchungen stattfinden.

Vor der Operation

In vielen Kliniken bekommen Sie vor der Operation bereits Besuch von einem Physiotherapeuten, um das Gehen mit Unterarmgehstützen (Krücken) zu üben. Nach dem Eingriff ist das volle Belasten des Beins oft noch nicht direkt möglich oder erlaubt.

Falls Sie sich gegen eine Vollnarkose entschieden haben (manchmal auch in Kombination mit der Vollnarkose oder beruhigenden Medikamenten), wird Ihr Bein bzw. Ihre untere Körperhälfte zur Operation "schlafen gelegt". Dafür werden entweder in die Nähe zweier Nerven am Bein oder der großen Nervenstränge im Wirbelkanal Katheter gelegt, über die lokale Betäubungsmittel gespritzt werden können.

Das Anlegen kann etwas unangenehm sein, da kurzzeitig Muskelzuckungen oder Missempfindungen auftreten. Diese zeigen dem Narkosearzt jedoch, dass er sich mit den Kathetern an der richtigen Position befindet.

Nach der Operation

Im Idealfall erhalten Sie über die Schmerzkatheter Medikamente, die ein möglichst schmerzfreies Durchbewegen auf sogenannten Motorschienen sicherstellen. Denn jetzt ist vor allem eines wichtig: üben, üben, üben! Der Sinn der passiven Bewegung ohne Gewichtsbelastung ist es, mögliche Verklebungen, die im Kniegelenk sehr schnell entstehen können, zu vermeiden.

Allerdings sorgen die verwendeten Medikamente auch dafür, dass Sie Ihr Bein nach dem Eingriff noch eine Zeit lang wenig bis gar nicht spüren und die Muskeln nicht wie gewohnt steuern können. Stehen Sie daher nicht ohne Rücksprache alleine auf! Gefühl, Kraft und Beweglichkeit kommen nach Ende der Medikamentengabe nach einigen Stunden von alleine zurück.

Arthrose im Knie: Kann man poröse Knorpel während der Gelenkspiegelung abschleifen?

Ja. Dieses Abschleifen bei Arthrose nennt man auch Chondroplastik. Aber um das besser zu verstehen, müssen wir ein wenig ausholen.

Das Kniegelenk und der für reibungslose Bewegung sorgende Knorpel haben zeitlebens hohe Belastungen zu tragen. Altersbedingt, aber auch durch übermäßige Beanspruchung im Sport oder aufgrund von Übergewicht kann es zu Schäden am Gelenkknorpel kommen. Mögliche Ursachen sind auch Verletzungen (Meniskus- oder Kreuzbandrisse), Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis oder Fehlstellungen wie leichte X- oder O-Beine.

Mit kleinen Rissen fängt es an

Die Folge von all diesen, für das Knie auf Dauer ungünstigen Faktoren ist, dass es zu einer mehr oder weniger starken Kniegelenksarthrose kommen kann.

Dieser Prozess verläuft in verschiedenen Phasen: Zunächst finden sich nach jahrelanger Dauerbelastung am Knorpel oft Auffaserungen und oberflächliche Risse. Hierzu muss man wissen, dass Knorpel nicht durchblutet wird und somit auch nicht regenerationsfähig ist. Wenn die Knorpelsubstanz zerstört ist, ist das nicht mehr umkehrbar. Ist der Knorpeldefekt tiefergehend und bleibt er unbehandelt, kann der darunterliegende Knochen beschädigt werden – was man Arthrose oder Gelenkverschleiß nennt.

Chondroplastik: Eine Reizquelle wird beseitigt

Die Symptome der Knie-Arthrose sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Bei der Behandlung ist es zunächst notwendig, alle kniebelastenden Faktoren weitgehend auszuschalten. Neben verschiedenen nicht-operativen Maßnahmen gibt es – je nach vorliegendem individuellem Befund – eine Reihe von chirurgischen Therapiemöglichkeiten. Gerade bei leichten bis mittelschweren Knorpelschäden kommt hier häufig die sogenannte Knorpelglättung, auch Chondroplastik genannt, zum Einsatz. Hierbei werden aufgefaserte, raue, gelockerte oder instabile Knorpelanteile von der Gelenkoberfläche entfernt. Dieses soll ein Fortschreiten der Schädigung durch Abrieb und Reizung vermeiden.

Es handelt sich hier um ein minimal-invasives, arthroskopisches Verfahren, d.h., dass die Behandlung im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Kniespiegelung) stattfinden kann. Dabei werden mithilfe zweier etwa 2 mm großer Einschnitte Zugänge geschaffen, durch die eine Minikamera sowie die notwendigen Instrumente ins Kniegelenk eingeführt werden. Vorsichtig werden im nächsten Schritt unebene Knorpelanteile geglättet sowie losgelöste Partikel durch Spülung entfernt.

Der Eingriff wird in Lokalanästhesie oder aber in Vollnarkose vollzogen. Meist ist das Knie nach der Oberflächenglättung nach etwa zwei Wochen wieder voll einsatzfähig und die Symptome sind im Idealfall verschwunden.

OP-Notwendigkeit kritisch hinterfragen

Doch auch wenn es sich um eine häufige Maßnahme zur Therapie von leichtgradigen Knorpelschäden handelt und das Resultat oft befriedigend ist: Es gibt auch Stimmen in der Ärzteschaft, die diesen Eingriff durchaus kritisch sehen. Da man die schadhaften Stellen nicht immer eindeutig von gesundem Gewebe unterscheiden könne, käme es gelegentlich zu zusätzlichem unnötigem Substanzverlust, so die Meinung einiger.

Neben den üblichen OP-Risiken wie Einblutung oder Infektion, besteht auch die Gefahr, dass die Beschwerden trotz OP gleich bleiben oder sogar zunehmen. Trotzdem gibt es auch spezielle Fälle, wo die Notwendigkeit eines solchen Eingriffs zweifelsfrei ist und meist auch Vorteile bringt.

Wenn sich Knorpelschuppen bereits losgelöst haben oder dieses in absehbarer Zeit geschehen wird, ist ein Eingriff in der Regel ratsam. Häufig genügt aber auch eine Spülung des Kniegelenks.

Sie sollten einfach kritisch sein und sich beim Arzt Ihres Vertrauens gut beraten lassen, ob eine Chondroplastik in Ihrem persönlichen Fall sinnvoll ist oder eben nicht.

Hilft Akupunktur gegen Kniegelenks-Arthrose?

In vielen Fällen ja. Durch Akupunktur ist es grundsätzlich möglich, Arthrose-Schmerzen zu lindern. Der schmerzstillende Effekt konnte bereits in mehreren wissenschaftlichen Studien belegt werden.

Eine Studie der Berliner Charité, die 2005 in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde, konnte zum Beispiel zeigen, dass Akupunktur die Schmerzen bei Arthrose zumindest über einen Zeitraum von sechs Monaten lindern kann.

Krankenkassen übernehmen zunehmend die Kosten für Akupunktur

Vor allem bei Knie-Arthrose (Gonarthrose) kann die Akupunktur sehr gute Ergebnisse erzielen. Laut neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen kann Akupunktur hier sogar Schmerzmittel ersetzen oder zumindest die Dosis der Medikamente verringern. Aus diesem Grund wird Akupunktur bereits heute als Routinebehandlung bei einer Knie-Arthrose empfohlen.

Aufgrund der sehr guten Erfolge mit dieser Therapie übernehmen auch immer mehr Krankenkassen die Kosten für zumindest einen Behandlungszyklus pro Jahr. Wichtig: Die volle Wirkung der Therapie setzt in der Regel erst nach mehreren Sitzungen (ein Behandlungszyklus umfasst in etwa 10-12 Sitzungen) ein. Mit der Zeit kann die Wirkung allerdings wieder nachlassen, weshalb die Akupunktur-Behandlung immer wieder aufgefrischt werden muss.

Glückshormone gegen Gelenkschmerzen?

Warum Akupunktur bei chronischen Schmerzen helfen kann, ist noch nicht eindeutig wissenschaftlich belegt. Forscher vermuten aber, dass die Nadelstiche im Gehirn eine vermehrte Ausschüttung schmerzlindernder und stimmungsaufhellender Substanzen (Glückshormone wie Serotonin, Endorphine) bewirken. Das würde unter anderem auch erklären, warum der positive (schmerzlindernde) Effekt mit der Zeit wieder nachlässt.

Quellen:

  • S2k-Leitlinie: Gonarthrose (2018). Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). www.awmf.org.

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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