Die Häufigkeit und der Schweregrad der lokalen Nebenwirkungen unter einer Therapie mit Zorac®-Gel sind meist dosisabhängig und auf Anwendungsfehler zurückzuführen. Zu den am häufigsten benannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen gehören Juckreiz, Brennen, Rötungen, Hautreizungen mit Abschälungen und teilweise auch schmerzhafte Hautausschläge.
Tazaroten nur dünn auf Psoriasis-Herde auftragen
Bei der Anwendung sollten Sie daher darauf achten, das Gel wirklich nur auf die betroffenen Psoriasis-Plaques aufzutragen. Gesunde, ekzematöse oder entzündete Hautpartien sollten Sie aussparen, da diese Areale zu stärkeren Hautreizungen neigen. Und das könnte, im Sinne des "Köbner-Phänomens", wiederum neue Psoriasis-Herde hervorrufen.
Dieser sogenannte isomorphe Reizeffekt, wie das nach dem Dermatologen Heinrich Köbner benannte Phänomen auch heißt, beschreibt die Bildung neuer Hautveränderungen durch äußere Reize. Wenn die bis dato intakte Haut bei einem Menschen mit Psoriasis also beispielsweise gekratzt wird oder eben auch mit dem Gel in Berührung kommt, entstehen dort die typischen geröteten und schuppenden Plaques.
Tazaroten in Schwangerschaft und Stillzeit nicht erlaubt
Auch wenn nach äußerlicher Anwendung bei Tieren keine Fehlbildungen festgestellt wurden, hat man in Studien während der Embryonalentwicklung Skelettveränderungen sowie vermindertes Gewicht der Nachkommen bei der Geburt festgestellt. Diese waren vergleichbar mit den Auswirkungen von innerlich angewandten Retinoiden. Aus diesem Grund darf Zorac®-Gel weder bei schwangeren noch bei gebärfähigen Frauen ohne entsprechende empfängnisverhütende Maßnahmen eingesetzt werden.
In Tierversuchen gab es außerdem Hinweise darauf, dass das äußerlich eingesetzte Retinoid Tazaroten in die Muttermilch übergeht. Aus diesem Grund sollten Sie auch in der Stillzeit auf die Anwendung von Zorac®-Gel verzichten.
Erst ab 18 Jahren zugelassen
In Deutschland ist das Präparat Zorac®-Gel übrigens erst ab dem 18. Lebensjahr zugelassen. In den USA besteht die Zulassung bereits für Kinder ab 12 Jahren.
Erwähnenswert ist außerdem: Gegen die Anwendung von Zorac®-Gel bei älteren Kindern bestehen seitens vieler Kinderärzte prinzipiell keine Bedenken. Vor allem, wenn man die (inzwischen nicht mehr verfügbare) 0,05%ige Tazaroten-Dosierung nehmen würde. Allerdings liegen keine klinischen Studien für die Anwendung bei unter 18-Jährigen vor, und somit besteht auch keine Zulassung für Kinder und Jugendliche.
Quellen:
- Tazaroten 0,1 % Gel (Anwendung auf der Haut) (2018). Herausgeber: Vidal MMI Germany GmbH. www.gelbe-liste.de.