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Dellwarzen (Molluscum contagiosum): Symptome und Behandlung

Was sind Dellwarzen (Mollusca contagiosa)? Sind sie ansteckend? Wie werden sie behandelt? Fragen dazu beantworten wir im folgenden Beitrag.

Einführung

Was sind Dellwarzen?

Dellwarzen (Mollusken) haben ihren Namen von der kleinen Delle in der Mitte. Meist stecknadelkopfgroß, mit einer hellroten Färbung und einer perlähnlichen Gestalt, sehen sie allerdings etwas anders aus als die „klassischen“ Warzen (Verrucae).

Genau genommen werden die Mollusken auch nicht zu den eigentlichen Warzen gezählt. Der Auslöser dieser Hautwucherung ist nämlich kein humanes Papilloma-Virus (HPV), sondern ein Paravaccinia-Virus aus der Familie der Pockenviren (nicht zu verwechseln mit den echten Pocken, die seit 1980 als ausgerottet gelten).

Was bedeutet Molluscum contagiosum?

Beim Molluscum contagiosum handelt es sich wörtlich übersetzt um eine ansteckende Molluske (Dellwarze). Als Molluscumkörperchen wird dabei die teigige bis krümelige Masse bezeichnet, die in der zentralen Eindellung der Dellwarze liegt und Warzenviren enthält.

Die Dellwarzen sind, aufgrund eines häufigen Übertragungsweges bei Kindern, auch unter der Bezeichnung Schwimmbadwarzen bekannt. Sie sind zwar keine ernsthafte Erkrankung, sollten aber (da sie recht ansteckend sind und zur Ausbreitung neigen), von einem Arzt begutachtet und ggf. behandelt werden.

Wie häufig kommen Dellwarzen vor?

Infektionen mit Dellwarzen treten weltweit auf, mit einer etwas höheren Häufigkeit in den Tropen und Subtropen. Überwiegend betroffen sind Kinder von drei bis zehn Jahren.

Ein zweiter Erkrankungsgipfel wird bei jüngeren Erwachsenen (15 bis 29 Jahre) beobachtet, wobei hier vor allem der sexuelle Übertragungsweg eine große Rolle spielt.

Symptome

Woran ist eine Dellwarze zu erkennen?

Folgende Merkmale sind für Dellwarzen (Mollusca contagiosa) typisch:

  • Form: glänzendes Knötchen (Papel) mit zentraler Delle
  • Beschaffenheit: perlartig, derb, schmerzlos
  • Farbe: vielfältig; von normal hautfarben über weißlich durchscheinend bis hin zu blassrot
  • Größe: im Durchmesser etwa zwei bis sechs Millimeter, ggf. auch größer oder kleiner; in der Regel sieht man einzeln oder in Gruppen stehende Dellwarzen
  • Anzahl: meist 10 bis 20; bei einer Neigung zum atopischen Ekzem (Neurodermitis) oder bei immungeschwächten Menschen können auch hunderte von Dellwarzen über den ganzen Körper verteilt (disseminiert) entstehen
  • Lokalisation: bei Kindern bevorzugt im Gesicht (v. a. an den Augenlidern) und am Hals, aber auch Oberkörper, Arm- und Beinbeugen; bei Jugendlichen und Erwachsenen zeigen sich die Dellwarzen eher im Genitalbereich
  • Dauer: unterschiedlich; hohe Spontanheilungsrate nach wenigen Wochen, ggf. aber auch erst nach Monaten oder Jahren

Woran werden Dellwarzen (Molluscum contagiosum) vom Arzt erkannt?

Auch wenn die Dellwarze mit ihrer lateinischen Fachbezeichnung beeindruckend klingen mag, genügt in der Regel ein ärztlicher Blick zur Identifizierung.

In manchen Fällen besteht der Bedarf, es doch genauer wissen zu wollen und es schwarz auf weiß befundet zu bekommen. Dann wird die Dellwarze nach ihrer Entfernung als Ganzes (in toto) oder stückchenweise in Form einer Probe unter dem Mikroskop begutachtet. Neben der Möglichkeit der eindeutigen Diagnosestellung können auf diesem Weg auch andere Warzenformen sowie etwaige bösartige Veränderungen (z. B. Hautkrebs) erkannt werden.

Außerdem stehen noch immunologische oder immunhistochemische Verfahren zum Nachweis der Antikörper zur Verfügung, die gegen die warzenauslösenden Viren gebildet wurden.

Sind Dellwarzen ansteckend?

Ja. Harmlos, aber hochansteckend. Die Übertragung erfolgt entweder über direkten Körperkontakt oder über eine Schmierinfektion (indirekte Übertragung der viralen Krankheitserreger über infizierte Gegenstände). Allerdings können oft Wochen bis Monate zwischen Ansteckungszeitpunkt und dem erstmaligen Erscheinen der Dellwarzen liegen.

Die infektiösen Viren stecken vor allem im Molluscumkörperchen. Wird eine Dellwarze z. B. unbeabsichtigt aufgekratzt, kann es folglich leicht passieren, dass man sich über die verunreinigten Fingernägel auch immer wieder von neuem selbst ansteckt.

Bitte aufs Schwimmen verzichten

Aus Rücksicht vor seinen Mitmenschen sollte man mit Dellwarzen weder ins Schwimmbad gehen noch Kontaktsport ausüben. Auch auf das gemeinsame Baden mit Geschwistern sollte man vorübergehend verzichten.

Welche Beschwerden machen Dellwarzen?

In der Regel machen Dellwarzen kaum bis keine Beschwerden. Gelegentlich können sie jucken (insbesondere bei trockener Haut).

Unter Umständen können sich einzelne Dellwarzen auch entzünden. Vor allem, wenn durch das Aufkratzen Bakterien in die Wunde gelangen. Eine eher seltene Komplikation, die auftreten kann, ist die follikuläre Konjunktivitis – eine Bindehautentzündung, die durch Dellwarzen in der Nähe des Lidrands provoziert wird.

Behandlung

Wie sieht die Therapie bei Dellwarzen aus?

Da Dellwarzen häufig spontan abheilen, besteht natürlich die Möglichkeit, erstmal abzuwarten und gar nichts zu unternehmen (gilt nur für Menschen mit einem intakten Immunsystem!).

In diesen Fällen sollte man allerdings darauf achten, die Dellwarzen regelmäßig zu desinfizieren und, wenn man zu trockener Haut neigt, diese täglich einzucremen.

Abwarten und Tee trinken? – Besser nicht

Das Problem dabei: Das Warten kann sich grundsätzlich von einigen Wochen und Monaten bis zu wenigen Jahren hinziehen. Eine unberechenbare Zeitspanne, die (je nach Alter des Betroffenen und Lokalisation der Dellwarzen) zu einer echten Belastung werden kann.

Erschwerend hinzu kommt, dass man als Betroffener eigentlich immer ansteckend ist und somit ständig aufpassen muss, dass man sich selbst und andere durch eine unbeabsichtigte Übertragung nicht unnötig gefährdet.

Am besten zum Kinder- oder Hautarzt

Sollten Sie als Erwachsener unter Dellwarzen leiden, ist der Dermatologe in der Regel die erste Anlaufstelle. Als Kind kann man alternativ auch beim Kinderarzt vorstellig werden. Der Arzt entscheidet dann zusammen mit Ihnen, welche Therapie für Sie oder Ihr Kind am ehesten in Frage kommt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Dellwarzen kann man sehr unterschiedlich behandeln. Je nach Lebensalter, aber auch abhängig von der Lokalisation und dem Ausmaß der Mollusca contagiosa (Dellwarzen), stehen verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung.

Behandlungsoptionen bei Dellwarzen

  • Operative Entfernung: mittels Kürettage (mit einem Ringmesser, einem scharfen Löffel oder einer gebogenen Pinzette) werden die Dellwarzen einzeln entfernt – in der Regel werden die entsprechenden Stellen zuvor mit einem lokalen Betäubungsmittel, wie z. B. Emla®-Creme, vorbehandelt.
  • Vereisung (Kryotherapie): Hierbei werden die Dellwarzen einzeln mit flüssigem Stickstoff vereist. Die Mollusken fallen dann im Verlauf von selbst ab. Für Kinder eher ungeeignet, da schmerzhaft.
  • Lasertherapie: Die Mollusca contagiosa werden mittels Laser entfernt (verdampft) – eine lokale Betäubung mit z. B. Emla®-Creme wird zuvor empfohlen.
  • Kaliumhydroxid-Lösung (z. B. Infectodell®): Örtliche Behandlung der Dellwarzen mittels einer Lösung, die zuhause 2x tgl. gezielt aufgetragen wird – und zwar solange, bis eine lokale Entzündungsreaktion auftritt.
  • Vitamin-A-Säure: Vitamin-A-haltige Lösungen zur Selbstbehandlung – meist werden sie ebenfalls 2x täglich bis zum Auftreten einer Entzündungsreaktion aufgetragen.

Bei ungünstigen Lokalisationen und/oder einem sehr verstreuten Befall (Gesicht, Genitalbereich) kann es im Einzelfall erforderlich sein, die Dellwarzen unter Allgemeinnarkose im Krankenhaus abzutragen.

Wissenswertes

Wie kann ich mich vor Dellwarzen schützen?

Grundsätzlich kann sich jeder Mensch mit dem Molluscum-contagiosum-Virus infizieren. Allerdings gibt es durchaus Personengruppen, die anfälliger für Dellwarzen sind als andere und deshalb auch vorsichtiger sein müssen. Dazu gehören u. a.:

  • immungeschwächte Personen (Menschen mit Tumorerkrankungen, HIV-infizierte Menschen, etc.)
  • Personen mit Hauterkrankungen, welche die normale Barrierefunktion der Haut vermindern (z. B. Ekzemerkrankungen wie die Neurodermitis)

Regelmäßiges Eincremen hilft

Da man weiß, dass die Viren leichter eine vorgeschädigte als eine intakte Haut durchdringen können, ist eine entsprechende Prophylaxe an dieser Stelle umso wichtiger. Insbesondere bei Kindern mit sehr trockener Haut sollte beispielsweise darauf geachtet werden, regelmäßig rückfettende Lotionen, Ölbäder usw. einzusetzen. Bei gefährdeten Kleinkindern wird sogar empfohlen, auf das gemeinsame „Babyschwimmen“ zu verzichten.

Hygiene-Maßnahmen beachten

Weitere Maßnahmen, um Dellwarzen vorzubeugen, ist zudem das richtige Hygieneverhalten – vor allem bei gefährdeten Personen. Dazu gehören u. a.:

  • regelmäßiges Händewaschen,
  • das Benutzen eigener Waschlappen, Handtücher und Kleidung,
  • die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr (senkt zumindest das Risiko einer Ansteckung),
  • und nicht kratzen! – die in der Dellwarze befindlichen Viren können sonst über die Finger leicht auf andere Körperstellen bzw. andere Menschen und Gegenstände übertragen werden

Quellen:

  • Altmeyer P. Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. 2. Auflage. Heidelberg; Springer, 2005
  • Braun-Falco O. et al. Dermatologie und Venerologie. 5. Auflage. Heidelberg; Springer Medizin Verlag 2005
  • Elewski B. E. et al. Dermatologische Differentialdiagnose. 1. Auflage. München; Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 2007.
  • Netter F. Netters Dermatologie. Thieme Verlag. (2006)



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